SERIE VIII DUPLI
c) Feuer
Jan 1992
Folien auf Holz
80 x 60 cm
in Privatbesitz
Limitierte Auflage 50 Exemplare
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BRENNENDE GIRAFFE
1936 - 1937 – Öl auf Holz, 35 x 27 cm
Basel, Kunstmuseum
In theatralischer Pose, mit ausgestreckten Armen, erscheint eine monumentale weibliche Figur. Ihr Körper wird von Krücken gestützt, Hände und Unterarme wirken wie gehäutet, der Kopf ist blutrot, aus Brust und linkem Bein ragen halb herausgezogene Schubladen. Eine weitere Frau steht hinter ihr, ihre erhobene Hand hält ein rotes Tuch, aus ihrem Haupt sprießen Zweige. Vor einem in der Tiefe der Landschaft aufsteigenden Berg zeigt uns Dalí eine brennende Giraffe.
Was bedeutet die brennende Giraffe, die schon in seinem Gemälde „Die Erfindung der Ungeheuer“ auftaucht? Dalí erklärt es in einem Telegramm an das Art Institute in Chicago, das dieses Werk erworben hat:
„Bin erfreut und geehrt durch Ihren Kauf. Nach Nostradamus kündet das Auftauchen von Ungeheuern Krieg an. Habe das Bild auf dem Semmering bei Wien gemalt, ein paar Monate vor dem „Anschluß“. Es hat prophetischen Charakter. Die Pferde-Frauen bedeuten mütterliche Fluß-Ungeheuer, die brennende Giraffe das männliche kosmische Ungeheuer der Apokalypse.“
Die Gestalt Frau-Pferd kehrt wieder in der mehrdeutigen Figur des Bildes „Die Unsichtbaren – Schlafende, Pferd und Löwe“. Und die Giraffe ist zweifellos auch die des nebenstehenden Werkes. Zwischen 1935 und 1940 malt Dalí eine Serie von Bildern, die „das Pathos des Bürgerkrieges als naturgeschichtliches Phänomen“ betrachten. 
In seiner frühen, 1942 in den USA publizierten Autobiographie „Das geheime Leben des Salvador Dalí“ schreibt der Künstler: „Aus allen Teilen des gequälten Spanien stieg der Duft des Weihrauchs, der lebendig verbrannten dicken Priester, des gehäuteten spirituellen Fleisches, gemischt mit anderen Gerüchen: schweißnassem Haar, begehrlichem und lüsternem und in einem Paroxysmus von Unzucht und Tod in Stücke gerissenem Fleisch...“
Während die dem Kopf entwachsenden Äste auf den antiken Daphne-Mythos anspielen, verweisen die Schubladen auf die Schriften Sigmund Freuds. Mit den Schubladenfiguren kreiert Dalí, wie er sagt, „eine Art Allegorie der Psychoanalyse, die das Wohlgefallen veranschaulicht, mit dem wir den narzißtischen Geruch jeder unserer Schubladen wahrnehmen.“
Weitere Dalí Werke zum Schubladen Thema:
Venus von Milo mit Schubladen – 1936-1964, Patinierte Bronze, 98 cm – Privatsammlung.
Die Stadt der Schubladen – 1936, Bleistift, 35,2 x 52,2 cm – Chicago, Art Institute.
Die Figuren Dalís mit Schubladen, sind ebenso bekannt wie seine „weichen Uhren“, diese Abbilder der Zeit, die sich verzehrt, indem sie sich verflüssigte. Die Schubladen, die sich nach außen ziehen lassen und das Innere des Körpers und der menschlichen Seele offenbaren, verweisen auf die Suche noch sich selbst und dem Unbewußten. Es gilt jedoch hervorzuheben, daß Dalí nicht der erste ist der menschliche Wesen in Form von Möbeln und Hüften als Schubladen darstellt. Bracelli, ein italienischer Manierist des 17 Jahrhunderts, hat lange vor ihm Möbelmenschen gemalt, die gleichzeitig geometrische Studien des Raumes sind.

Salvador Dalì
11.05.1904, Figueras – 23.01.1989, Figueras, katalanischer Surrealist

Quelle:
Fabbri Meisterwerke Band 9