SERIE VIII DUPLI
b) ...
Jan 1992
Folien auf Holz
80 x 60 cm
in Privatbesitz
Limitierte Auflage 50 Exemplare
 
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LES DEMOISELLES D’AVIGNON
Paris, 1907 – Öl auf Leinwand, 244 x 234 cm
New York, Museum of Modern Art
„Das Bild hieß anfangs „Das Bordell von Avignon“. Wissen Sie auch, warum? Avignon ist für mich immer ein vertrauter Name gewesen, ein Name, der mit meinem Leben in Barcelona verknüpft war. Ich wohnte damals ein paar Schritte von der Calle d'Avignon entfernt. Dort habe ich immer mein Papier und meine Aquarellfarben gekauft. Nun, wie Sie wissen, stammte die Großmutter Max Jacobs aus Avignon. Was für eine Menge Unsinn haben wir mit diesem Bild getrieben! Die eine der Frauen war für uns die Großmutter von Max, die andere Fernande [Olivierl, eine weitere Marie Laurencin [die Malerin], und sie alle in einem Bordell in Avignon!“
Das Gemälde wurde zum Manifest des Kubismus. Picasso folgt hier deutlich den Spuren Cézannes. Wie dieser sucht er nach einer neuen autonomen Bildräumlichkeit, die die Zweidimensionalität der Leinwand respektiert und die Freiheit der künstlerischen Form gegenüber den Erscheinungen der Natur zum Ausdruck bringt. Die Spannung zwischen flachen und plastischen Formen ist hier durch ein neues Raumkonzept ersetzt, in dem die formale Integrität der Bildgegenstände wiederholt von dem umgebenden Raum durchbrochen wird. Auch sind die Figuren nicht plastisch wiedergegeben, sondern das Plastische ist in die Zweidimensionalität der Fläche übersetzt. Picasso zertrümmert die Form der Figuren und setzt dann die Stücke nach seiner inneren Vorstellung zusammen. Die Einzelperspektive ist abgeschafft – eine bereits von Cézanne eingeführte Neuerung die Teile des Bildes sind vielmehr von verschiedenen Blickpunkten aus erfaßt und führen zu einer ungewohnten „Zusammenschau“.
Picasso fertigte für dieses Bild unzählige Vorstudien an und experimentierte vor allem in bezug auf die Komposition. Hier sind sieben Personen um Blumen und Früchte in einem Bordell versammelt. In der endgültigen Version verschwinden die beiden männlichen Figuren.

Weitere Picasso Werke zum Thema:
Für die „Demoiselle“ unten rechts ließ sich Picasso von der afrikanischen Kunst inspirieren (Holzmaske aus Ost-Zentralafrika). Der Künstler ist fasziniert von der plastischen und magischen Ausstrahlung dieser primitiven, stark stilisierten Formen. Unter Einbeziehung der Methoden Cézannes interpretiert er sie in seinem Werk neu. Den gleichen Einfluß zeigt die Vorstudie Kopf eines Seemanns (1907 – Öl auf Karton, 53,5 x 36,5 cm - Paris, Musée Picasso).
Die Skizze Frauenkopf (1907 – 59 x 47 cm - Paris, Musée Picasso) und die dritte „Demoiselle“ des Gemäldes lassen Anregungen durch die altiberische Skulptur erkennen.
In der Figur der dritten „Demoiselle“ finden wir die Haltung des sich im Spiegel betrachtenden Mädchens wieder, das Picasso 1906 gemalt hat (Öl auf Leinwand, 151 x 99 cm – Buffalo, Albright-Knox Art Gallery).

Pablo Ruiz y Picasso
25.10.1881, Málaga, Spanien – 08.04.1973, Mougins, Frankreich; katalanischer Kubist

Quelle:
Fabbri Meisterwerke Band 5