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Arles, Januar 1889, Leinwand, 95 x 73 cm Amsterdam, Rijksmuseum Vincent van Gogh |
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kleines Haus, das Van Gogh in Arles gemietet hat, ist gelb angestrichen;
die Innenräume schmücken eine Reihe von Bildern und Sonnenblumen
– Symbole der glühenden Sonne Südfrankreichs. Gelb ist die Grundfarbe
fast aller Arbeiten, die van Gogh in Arles vollendete. Doch kein einzelnes
Bild vermag all die Farbklänge, die er anstrebt, zu umfassen. So beginnt
er seine Bildserien, wie zum Beispiel die Sonnenblumen. Er will eine Leinwand
durch eine benachbarte zum Klingen bringen und malt die Blume in jeder
möglichen Gestalt, als Knospe oder welk und zerzaust. Die Gelb- und
Orangeschattierungen, die er in diesen Bildern verwendet, erweisen sich
als verwandt und doch wieder in der Weise verschieden, daß ihre Stufen
und Nuancen zusammenarbeiten. Das Ziel, das der Künstler verfolgt,
ist Ausdruck durch Farbe. „Der Maler der Zukunft“, schreibt er seinem Bruder,
„wird ein Kolorist sein, wie es noch keinen gegeben hat.“
Von den kurzen, isolierten Farbtupfern, -flecken und -strichen der Divisionisten ist hier noch nichts zu spüren; van Goghs Pinsel schafft kontinuierlich, kraftvoll, fast aggressiv Form und Volumen der Blüten: Gelb auf Gelb, in bewegten Kompositionen. In „kühner Weise“ gebraucht er die stärksten Farben, wohl wissend, daß „die Zeit sie nur zu bald dämpfen wird“. Und tatsächlich – ungeachtet all der Sorgfalt, mit der man heute seine Werke zu erhalten trachtet – scheint die Leuchtkraft der Farben allmählich nachzulassen. |
Vincent Willem
van Gogh
¬ 30.03.1853, Groot Zundert, Niederlande, V 27.07.1890, Auvers-sur-Oise, Frankreich, niederländischer Maler, neben Cézanne und Gauguin einer der bedeutendsten Anreger der Moderne. Sohn eines protestantischen Pastors, 1869-1876 wie sein Bruder Theo in verschiedenen Filialen des Kunsthauses Goupil tätig (Den Haag, London, Paris). Begann ein Theologiestudium in Amsterdam, ließ sich dann aber zum Laienprediger ausbilden. 1878-1880 als Prediger und Krankenpfleger bei den Bergarbeitern der Borinage (Belgien) tätig, 1881 Besuch der Brüsseler Kunstakademie für wenige Monate. 1883-1887 in Paris und erlernte dort von seinem Vetter, dem Landschaftsmaler Anton Mauve, die Grundlagen der Aquarell- und Ölmalerei. 1886-1887 lebte van Gogh in Paris bei seinem Bruder Theo, der damals Direktor der Pariser Filiale von Goupil war und ihn finanziell unterstützte. Hier verkauft er sein einziges Bild zu Lebzeiten. Februar 1888 ging er nach Arles in Südfrankreich, Arbeits- und Lebensgemeinschaft mit Paul Gauguin. Endlich fand er persönliche und künstlerische Erfüllung. Doch im Dezember 1888 schnitt er sich nach einer Auseinandersetzung mit Gauguin einen Teil des linken Ohres ab. Im Mai 1889 wurde er in die Nervenheilanstalt Saint-Rémy-de-Provence gebracht. Im Mai 1890 begab sich van Gogh in die Obhut des Arztes und Kunstliebhabers Dr.Paul Gachet in Auvers-sur-Oise bei Paris. Gachet vermochte ihn jedoch nicht von den sich zusehends verstärkenden Depressionen zu befreien. Am 27. Juli 1890 brachte es sich eine Verletzung mit dem Revolver bei, an der er zwei Tage später starb. Er hinterläßt über 700 Briefe an seinen Bruder Theo, circa 750 Gemälde und 1.600 Zeichnungen. Quelle:
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