Von Scheinwerferlicht wandert durch den Rittersaal von Schloß
Burg. Auf der Suche nach der Geschichte des Bergischen Landes. In chronologischer
Reihenfolge werden die Wandmotive angestrahlt, die Volker Rapp in elektronische
Musik umsetzen wollte: "Musik des 20. Jahrhundertes auf Instrumenten der
Jetztzeit in einem Ambiente der Zeitlosigkeit." Das wollte er verwirklichen.
Und die Fans der elektronischen Musik kamen in Scharen zum Ohren- und
Augenspektakel, das "Ron Boots and Friends" am Samstag abend boten. Menschenschlangen
an der Abendkasse zeugten vom großen Interesse an der gegensätzlichen
Mischung von historischer Umgebung und zeitgenössischen Klängen.
Die Idee dieses Projektes, das direkt auf CD eingespielt wurde, ist
erst ein halbes Jahr alt. Da besuchte Volker Rapp die Burg und kam auf
den Gedanken, eine Musik zu schaffen, die nicht bezug- und belanglos im
Raum stehen, sondern den Rittersaal mit einbeziehen sollte.
Der musikalische Streifzug führte von der Gründung Schloß
Burgs bis zu ihrem Wiederaufbau. Die Musiker schlugen sich nicht mit dem
Schwert durch die Wirren der Geschichte, sondern fochten beispielsweise
die "Schlacht bei Worringen" mit elektronischem Instrumenten-Arsenal, das
sie in der Mitte des Saals ringförmig aufgebaut hatten. Im Marschrhythmus
zogen "Ron Boots and Friends" los; gewaltige akustische Effekte machten
die blutige Ritterschlacht mit groß dimensionierter Verstärkeranlage
hörbar.
SILKE BLANKEMEYER